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Schau öffnete am 20. Jahrestag der ersten Demonstration in Auerbach in der Seminarschule – Thema spielt in Klassen 9 und 10 eine Rolle
Auerbach.
Der 27. Oktober ist für Auerbach ein besonderes Datum: An dem Tag fand in der Stadt vor 20 Jahren die erste Demonstration statt. Aus dem Grund wird morgen in der Seminarschule eine Wendeausstellung eröffnet. Etwa 50 Schüler sowie die Geschichtslehrerinnen Uta Pohl und Marion Venus haben daran maßgeblich ein Jahr gearbeitet. Der Endspurt fand in der vergangenen Woche statt: „Da haben alle Lehrer beim Aufbau zugegriffen, die Dienst hatten. In den Ferien hätten wir keine Schüler in die Schule bekommen. Das wollten wir aber auch nicht", sagt Marion Venus. Betritt man die Schau in der Aula, wird man von einem Spruchband mit der Aufschrift "Wir sind das Volk" empfangen. im Uhrzeigersinn sind dann verschiedene Themen chronologisch angeordnet. Die Ausstellung beginnt mit dem Leben in der DDR, das mit Spartakiade-Medaillen, einer Fahne der Jungen Pioniere dargestellt wird. Dann schließen sich die Themen "Wahl im Mai 1989", "Flucht", "Heißer Herbst" und "Mauerfall" an. Am Ende steht eine Tür mit offenem Fenster. Dahinter steht die provokatorische Frage: „Sind wir ein Volk?“ Während die ersten die ersten Abschnitte allgemein gehalten sind, bezieht sich die Ausstellung ab dem "Heißen Herbst" thematisch auf Auerbach. Beispielsweise wird auf einem Stadtplan die Route der ersten Demonstration dargestellt. Und auf kleinen Spruchbändern stehen die Losungen, mit denen die Menschen damals unterwegs gewesen sein mögen. Auf Tafeln sind Details zu den Demonstrationen in Auerbach erfasst. "Wir warten noch auf eine Schreibmaschine, auf der der Aufruf an die Ärzte geschrieben worden ist", so Marion Venus. Beim Aufbau der Ausstellung wurden auch immer wieder Bezüge zum Unterricht hergestellt. Beispielsweise das Befragen von Zeitzeugen - in der Ausstellungen liegen Mappen mit den Berichten - wurde bewertet. Im Unterricht spielt laut Marion Venus die Wende in der 9. Klasse beim Thema "Umbruch in Europa" und in der 10. beim Betrachten des Lebens der Jugendlichen in DDR und BRD eine Rolle. Für die Geschichtslehrerin wurde das Beschäftigen mit dem Thema noch aus zwei anderen Gründen zu einer Reise in die persönliche Vergangenheit. Sie fuhr mit beim "Zug der Freiheit", der am 1. Oktober die Ausreise der ostdeutschen Botschaftsflüchtlinge vor 20 Jahren über das Territorium der DDR nach Westdeutschland nachgestellt hat. "Die Menschen haben an den Bahnsteigen so gejubelt, da hatte man das Gefühl, man wäre selbst ein Flüchtling gewesen." Außerdem hatte sie bei einer Weiterbildung in Berlin die Chance, mit dem Zeitzeugen Günter Schabowski zu sprechen. Er war derjenige, der am 9.November verkündet hatte, dass DDR-Bürger frei ausreisen können. Da die Ausstellung von der Sächsischen Staatsregierung gefördert wird, muss sie an einem zweiten Ort zu sehen sein. Das ist das Museum in Auerbach. Außerdem soll nach den Vorstellungen der beiden Geschichtslehrerinnen eine Dokumentation in Form einer Broschüre entstehen, die künftig im Unterricht eingesetzt werden kann.
Von Lutz Hergert (Freie Presse)
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